23.06 | Radikale Kammermusik mit S.OE.D

Udo Schindler – Klarinette, Saxophon, Kornett

Johannes Öllinger – Gitarren

Kostas Theodorou aka Dine Doneff – Kontrabass

Die Musiker spielten erstmals am 20.11.2015 im Pöllatpavillon in München zusammen. Sie wollen die erfolgreiche Kooperation mit neuem auffrischen und auch sich selbst überraschen. Öllinger und Doneff waren in 2017 Gäste und Schindlers musikalische Duopartner im Salon für Klang und Kunst am 27.Januar und 27.März (siehe auch Konzertbesprechungen in der Süddeutschen Zeitung). Die international aktiven Klangabenteurer der Extraklasse loten improvisierend die Verbindung von Neuer Musik, Avantgarde Jazz, außereuropäische Musik und genreübergreifender Ansätze im Klanglabor aus. Das Konzert ist ein Bekenntnis zur spontanen Auslotung der Klangdimensionen mit dem klangforschenden Umgang weit über konventionelle Konnotationen der Instrumente hinaus. Die Instrumentenklang-Konventionen und die typisierte Klangvorstellung Blasinstrument/Gitarre/Bass, welche auch jazzkonterminiert ist, wird spielend, leicht oder dynamisch aufgelöst und neu formuliert. Gemeinsam werden die Musiker einen multiphonen Klangraum kreieren und Ungehörtes produzieren. Ein Duo gleichberechtigter Stimmen, die in der Verdichtung, Überlagerung oder Entflechtung zu einem unverwechselbaren Kollektivklang werden. Erlebbar ist live die Formung von ephemeren, extremen, genrefernen und klischeefreien Klangabenteuern – ein Gipfeltreffen der improvisierten Musik, nicht nur in München.

Eine CD beim FMR-Label in GB ist in Vorbereitung.

Mit dem vielseitigen und vielbeschäftigten Soundinnovator Johannes Öllinger mit internationaler Reputation verbindet Udo Schindler neben der ungebremsten Experimentierfreude, umgesetzt bei eine Performance in 2015 im Pöllatpavillon mit Dine Doneff (siehe oben), einem Duo in der Galerie Artoxin, dem lokalen Trio mit Sachiko Hara SHOe (im Projektraum Streitfeld am 23.09.2016-AKUSTRONIK#16) und am 27.10.16 im Trio mit Sabine Vogel (Kulturhaus Neuperlach) eine jahrelange Wertschätzung der individuellen Klangkreationen in unterschiedliche Formationen. Besonders beeindruckend waren Öllingers Münchner Beiträge zu den Konzerten des Ensembles „PIANO POSSIBILE“ und die Solokompositionsinterpretationen, die Udo Schindler zu der Zusammenarbeit anregten.

Der Münchner Gitarrist Johannes Öllinger (*1981) spielt als Solist und Kammermusiker, in Ensembles und Orchestern. Sein Spektrum reicht von Alter Musik auf historischen und modernen Instrumenten über das klassische Gitarrenrepertoire bis hin zu zeitgenössischer Musik in verschiedenen Spielarten. Seine Hauptinstrumente sind die klassische und die E-Gitarre, daneben Banjo, Theorbe und E-Bass. Außerdem ist er Darsteller und Musiker in Theaterproduktionen.
Als Solist konzertierte er in der Laeiszhalle Hamburg, dem Prinzregententheater München, dem Konzerthaus Wien und bei den Salzburger Festspielen. Mit dem auf zeitgenössische Musik spezialisierten Gitarrenduo steuber.öllinger war er Gast bei Festivals in Deutschland, Polen und den USA.
Er ist regelmäßig Gast bei Ensembles wie Resonanz, Ascolta, musikFabrik NRW, dem Ensemble Modern Orchestra, Ostravska Banda, dem Staatsorchester Stuttgart, dem Sinfonieorchester des BR und dem Bayrischen Staatsorchester. Von 2008 bis 2015 war er Gitarrist des Münchner Ensembles piano possibile. Zusammenarbeit mit zahlreichen Komponisten (u.a. Helmut Oehring, Klaus Schedl, Georges Lentz, Tom Sora, Helmut Lachenmann) und Dirigenten (u.a. Peter Eötvös, Johannes Kalitzke, Christoph Altstaedt, Titus Engel).
Seit 2005 ist er als Darsteller und Musiker an den Produktionen der andreas bode company beteiligt (Don Giovanni, L´Orfeo, Mozart Requiem, Tosca Variation, Miss Elvira, Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen; Kampnagel und opera stabile Hamburg, Radialsystem Berlin, Theater an der Wien, Tanzhaus Düsseldorf) und arbeitete mit den Regisseurinnen Anna Malunat (Postcards from the furure; FFT Düsseldorf 2013) und Florentine Klepper (Telemann Orpheus; Oper Frankfurt 2014).
Mit der Sopranistin Catrin Kirchner brachte er 2013 den szenischen Arienabend datingORFEO mit eigenen Arrangements u.a. im Theater Konstanz heraus. Im gleichen Jahr spielte er die deutsche Erstaufführung von Georges Lentz´ einstündigem E-Gitarren Solo Ingwe (Schwere Reiter München).

Johannes Öllinger studierte an den Musikhochschulen in Berlin und Würzburg bei Daniel Göritz und Jürgen Ruck (Meisterklasse). Er gewann mehrere Preise, so einen ersten Preis beim Bundeswettbewerb Jugend Musiziert 2000, den dritten Preis beim IV. Concorso Internationale Ruggero Chiesa 2008, den Stipendienpreis der IFNM Darmstadt 2008, den Leonhard und Ida Wolf Gedächtnispreis 2012 mit dem Duo steuber.öllinger, sowie das Musikstipendium der Landeshauptstadt München 2015.

Kostas Theodorou wurde im Jahr 1965 in der BRD geboren. Im Jahr 1966 kehrte seine Familie in ihre nordgriechische Heimatregion Edessa zurück. Mehrere Jahre reiste Theodorou anschließend durch Mittel- und Westeuropa, wo er vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Musikstilen und auf unterschiedlichen Instrumenten sammeln konnte. Im Jahr 1992 kehrte er nach Griechenland zurück. Es begann eine intensive Zusammenarbeit als Musiker und Arrangeur mit griechischen Komponisten, die zur Veröffentlichung einer Reihe von Alben in der Zeit von 1994 bis 2003 führten. Im Jahr 1999 publizierte Theodorou sein erstes Album „Nostos“, dem ersten Teil einer Trilogie, die er im Jahr 2004 mit dem Album „Rousilvo“ fortsetzte. Es handelt sich dabei um eine zeitgenössische Balkan-Folk-Opera, live aufgenommen mit einem Septett unter Zumischung von sieben Frauenstimmen sowie dokumentarischer Tonaufnahmen aus dem Ort Rousilvo. Regelmäßig arbeitet der Künstler auch mit Savina Yannatou und dem Ensemble „Primavera en Salonico“ zusammen. Aus dieser Kooperation gingen drei Alben unter dem Label ECM hervor. Die Musik von Kostas Theodorou hat ihre Wurzeln in der balkanisch-osteuropäischen Volksmusiktradition.

Er war Villa Waldberta Stipendiat, spielte u.a. mit Luis Sclavis, Michel Godard, Sainkho Namtchylak, Floros Floridis, Anja Lechner.

Livebegegnungen mit Musiker, Tänzern, Schauspielern, Literaten und bildenden Künstlern sind ein wichtiger Teil seines Schaffens. Von 2014-2016 arbeitete er als Komponist und Schauspieler an der Kammerspielen München und dem Thalia Theater Hamburg.

 Beginn 20:00 | Einlaß 19:30
Eintritt: 12,- | erm. 10,-€

www.arch-musik.de; www.johannesoellinger.de; www.dinedoneff.com